Die Kalkmalereien von Albertus Pictor und seiner Werkstatt auf Wänden
und in Gewölben von etwa dreissig Kirchen in den Mälarseelandschaften
und in Norrbotten bedeuten einen für ganz Nordeuropa unvergleichlichen
spätmittelalterlichen Bildschatz. Trotzdem waren zu Beginn dieses Jahrtausends
sowohl der Hintergrund des Malers, viele seiner Werke und die Mehrzahl der
die Bilder begleitenden erklärenden Spruchbänder unbekannt. Daher
wurde im Jahr 2003 an der Universität Stockholm das Forschungsprojekt
”Albertus Pictor – Maler seiner Zeit” eingeleitet, unter
Mitwirkung von sowohl Kunstwissenschaftlern und Latinisten als auch Spezialisten
verschiedener Diszplinen wie die nordischen Sprachen, Mittelaltergeschichte,
Theologie, Liturgie und Paläographie. Dank der digitalen Photo- und
Computertechnik hat die Projektgruppe eine vollständige Dokumentation
und Untersuchung sämtlicher Bilder und Texte unterzogen. Publiziert
wurden bisher, im Rahmen des Projekts, die Dissertation von Pia Melin (”Fåfängans
förgänglighet. Allegorin som livs- och lärospegel hos Albertus
Pictor”, 2006; mit einer Zusammenfassung auf Englisch) und die Akten
des Albertus Pictor-Symposiums 2005, hrsg. Jan Öberg, Erika Kihlman
und Pia Melin (”Den mångsidige målaren. Vidgade perspektiv
på Albertus Pictors bild- och textvärld”, 2007; mit Zusammenfassungen
auf Deutsch oder Englisch). Die beiden Hauptpublikationen des Projekts,
eine Auswahl der Bilder (Pia Melin) bzw. eine vollständige Wiedergabe
der Motive und Spruchbänder (Christina Sandquist Öberg), werden
für das Ende dieses Jahres berechnet.